| Hier geht's zu den Bildern dieser Reise |
Reiseart: Mietwagen (National) Bed & Breakfast, Motels und Hotels
Reiseführer: "Kanada" vom Verlag Reise Know-How (Die "Bibel" bei unseren Fernreisen)
Die Route:
- Calgary
- Head-Smashed-in Buffalo Jump
- Waterton Lakes NP
- Glacier NP (USA)
- Kootenay Nationalpark
- Banff
- Glacier und Mt. Revelstoke NP
- Yoho NP + Lake Louise
- Icefields Parkway
- Jasper und Umgebung (Maligne Lake)
- Wells Grey Provincial Park
- Vancouver
Calgary
Da saßen wir nun in unserem großen weissen Mietwagen, sehr müde vom zwölfstündigen Flug mit Air Canada (Zwischenlandung in Montreal) und suchten die Adresse unseres B&B, das wir von daheim über Internet gebucht hatten. Nach kurzer Suche wurden wir in einem typisch amerikanisch anmutenden Wohnviertel fündig und sehr herzlich von Georg und Helena einem Rentnerehepaar empfangen. Beim Kaffee/Abendessen gab uns Georg, der in den 50ern von Deutschland ausgewandert war, Informationen zur Lage in den Parks, denn es war die Zeit der großen Trockenheit und riesige Waldbrände wüteten in den USA an der kanadischen Grenze. Deshalb waren viele Parks vorsorglich teilweise gesperrt worden, um weitere Brände zu verhüten. .....Na prima. Den weiteren Abend verbrachte George damit, uns Geschichten zu erzählen, die er in den Rockies erlebt hat.
Am nächsten Morgen machten wir uns nach einem ausgiebigen Frühstück und der guten Nachricht, dass der Waterton Park wieder zugänglich ist, auf den Weg nach Süden.
Unsere erste Station an einem klaren windigen Tag war der Head-Smashed-in Buffalo Jump, ein von der UNESCO erklärtes Weltkulturerbe. Dort besuchten wir das sehr interessante Interpretive Center, wo das Leben und Jagen der Indianer von vor 6000 Jahren ausgestellt ist. Den Besuch rundeten wir mit einem Spaziergang zu der Felsklippe ab zu der früher die Bisonherden getrieben wurden und hinabstürzten.
Weiter ging die Fahrt durch die Ebene. Die Rockies auf der rechten Seite rückten nun immer näher heran, bis wir zum Eingang des Waterton Lakes Nationalpark kamen.
Dort kauften wir uns den "Great Western Annual Pass", der uns in allen Nationalparks freien Eintritt gewährte. Kurz nach der Einfahrt in das Tal des Middle Waterton Lake machten wir am Visitor Center halt, wo wir uns Karten des Parks und Infos zur Übernachtung besorgten. Dort ist auch der Trailhead für den Bearīs Hump. Dieser kurze und etwas steile 1,4 km lange "Hike" ist Pflicht für jeden Besucher des Parks. Nach überwundenen 200 Höhenmetern bietet sich ein toller Blick über den See und die umliegende Landschaft. Die vermeintlichen Wolken, die wir über den Bergen sahen waren jedoch die Rauchwolke der Waldbrände auf der amerikanischen Seite, wie uns ein netter Kanadier erklärte, den wir auf dem Aussichtspunkt kennen lernten.
Abends checkten wir im "El Cortez" ein, ein zentral gelegenes Motel, das eine billige, akzeptable Alternative zu den teuren Hotels ist. Nach dem guten Abendessen im Little Italian Café war auch schon Nachtruhe angesagt.
Am frühen Morgen ging es nach einem kurzen aber leckeren Frühstück in der nahegelegenen Bakery zum Cameron Lake, wo wir den Trail zum Summit Lake angingen. Es standen noch sehr wenige Fahrzeuge auf dem Parkplatz und auf vielen Schildern wurde vor Bären gewarnt, deshalb war uns doch schon ein bisschen mulmig zumute, als wir so alleine durch den dunstigen Wald den Berg hochliefen. Nach 4 km und 300 Höhenmetern genossen wir die Rast am malerischen Summit Lake. Da am anderen Ufer ein Elch und ein Reh gemütlich grasten, waren wir uns sicher, dass kein Bär in der Nähe ist. Bis zur Mittagspause waren wir dann auch schon wieder an unserem Startpunkt.
Am Nachmittag besuchten wir den tollen Red Rock Canyon, der sich durch seine rote Färbung von der sonst grauen Umgebung abhebt. Dort umwanderten wir den Canyon und besuchten die Blakiston Falls.
Zum Sonnenuntergang waren wir wieder in Waterton, und kehrten im ZUMīS (ganz gut) ein, bevor wir ins Kino gingen. Das Kino ist ein altes Theater aus den 30ern und hat seitdem, ausser der Leinwand und dem Filmprojektor, keine baulichen Veränderungen genossen. So nahmen wir in den alten Sitzen neben dem riesigen Holzofen Platz und genossen den Film. Für Nostalgiker ein tolles Erlebnis.
Unser nächstes Ziel war der Glacier Natonalpark in den USA. So fuhren wir bei diesigem Wetter früh los. ...Und da war er. Kurz vor dem Parkausgang tauchte in 50m Entfernung auf dem Hang ein Schwarzbär auf, schnüffelte an den Büschen rum und trottete in den angrenzenden Wald. Kaum Zeit für ein gutes Foto. Weiter ging die Reise und nach wenigen Minuten waren wir auch schon am "Port of Chief Mountain" Grenzübergang. Während wir in der kleinen Zollhütte unseren Visumantrag ausfüllten, passierte ein Fahrzeug ohne anzuhalten die Grenze. Sofort ging die Sirene los, alle Grenzbeamten schnappten sich die Waffen und stürmten dem Auto nach, das nach wenigen Metern anhielt und auf den Parkplatz gelotst wurde, wo sich der Fahrer eine lautstarke Belehrung anhören musste. Ohne weitere Zwischenfälle erreichten wir den Osteingang des Parks. Das Wetter hatte sich gebessert, und so fuhren wir die
"Going to the Sun Road" Richtung Logan Pass. Oben (2025m) war es eisekalt, die Wolken zogen von Westen über den Pass und es regnete. Also fuhren wir weiter nach Apgar und checkten im Village Inn Motel (gemütliche Holzhütten mit einer gottseidank funktionierenden Heizung) ein. Mittags liefen wir noch den sehenswerten Avalanche Trail (2,5km oneway). Nach dem Abendessen genossen wir noch den Sonnenuntergang am Lake McDonald.
Am nächsten Tag hatte sich das Wetter gebessert und so beschlossen wir nochmal zum Loganpass zu fahren. Oben angekommen starteten wir gleich den "Hidden Lake Trail" (9,6km). Ein toller Pfad führt über eine baumlose Ebene zu einem von hohen Bergen umgebenen See, der an diesem Tag seinem Namen alle Ehre machte, da er sich, als wir an seinem Ufer waren, hinter einer dicken Wolkendecke versteckte, die sich erst, als wir wieder auf dem Rückweg waren verzog.
Anschliessend ging unsere Reise über den Westausgang des Parks weiter. In Columbia Falls bogen wir nach Norden ab und fuhren durch bewaldete Täler über den Grenzübergang "Port of Roosville" nach Kanada, wo wir im McMillen Chalet B&B (etwas teuer) in Fairmont Hot Springs übernachteten.
Nach einem tollen und unterhaltsamen Frühstück mit den anderen kanadischen Gästen und weiteren 40 km Fahrt erreichten wir den "Kootenay Nationalpark". Hat man den Sinclair Pass (1486m) überwunden, fährt man durch ein schönes breites, bewaldetes Tal am Kootenay River entlang. Die Gipfel (bis 3400m hoch) wurden über Nacht mit einer frischen Schneedecke überzogen und so war es etwas frisch.
Unser erster Anlaufpunkt waren die "Paint Pots". Eine eisenhaltige Quelle erzeugt okkerfarbene Erde, die schon von den Indianern als Farbe verwendet und später sogar industriell gewonnen wurde.
Unser nächster Stop war der beeindruckende"Marble Canyon" . Ein Wanderweg führt rund um die durch Schmelzwasser entstandene Kalksteinschlucht.
Später erwanderten wir den schönen "Stanley Glacier Trail", der durch ein bewaldetes Tal (teilweise von früheren Bränden gezeichnet) bis unterhalb des Gletschers geht (ca. 11km hin und zurück). Alles in allem ist dieser Park wegen seiner schönen Landschaft einen Abstecher wert.
Gegen Abend kamen wir dann in Banff an. Im übervollen Information Center besorgten wir uns eine Liste der B&Bs, auf der wir dann fündig wurden. Nach dem Einchecken im Rocky Mountain Inn (zentrale Lage, gemütlich eingerichtet, spitzen Frühstück), und einem vegetarischen Essen besuchten wir einen interessanten Filmvortrag über die Bären und die Arbeit der Ranger, der anlässlich des "Year of the Great Bear" im Visitor Center gezeigt wurde. Dann gings auch schon früh ins kuschelige Bett, da wir am anderen Morgen ein umfangreiches Programm hatten.
Nach dem tollen Frühstück, dem Auschecken und Beladen des Autos buchten wir unser Zimmer in Golden. Danach fanden wir uns am Fuß des.
Sulphur Mountain ein, und starteten in der angenehmen Morgensonne den reizvollen, stetig ansteigenden 700 Höhenmeter überwindenden Trail an den (gut besuchten) Gipfel Oben wurden wir mit einer, dank des klaren Wetters, tollen Aussicht belohnt. Da wir den Aufenthalt etwas ausdehnten, fuhren wir mit der Gondel wieder zurück und belohnten uns und unsere Beine mit einem Bad in den 40°C warmen Hot Springs, bevor wir die Fahrt zu unserem nächsten Ziel, Golden antraten.
Tipp: Die Fahrt nach Lake Louise sollte man, wenn man Zeit hat auf der alten Straße durch den Banff NP fahren, da dort die Möglichkeit viele Tiere zu sehen größer ist (wir hatten leider Pech).
Nach einer angenehmen Fahrt durch die tolle Landschaft der Rockies kamen wir zum Abendessen in Golden (nicht sehr spektakulär) an. Einchecken im netten, familiären Country Comfort und ausruhn.
An diesem Tag standen der Glacier NP und der Mt. Revelstoke NP auf dem Programm. In Ersterem erwanderten wir den malerischen Illecillewater Great Glacier Trail und besuchten das interessante Rogers Pass Information Centre.
Im Mt. Revelstoke NP kurvten wir die ca. 14km zum Gipfel, und liefen den mit Infotafeln zu Flora und Fauna ausgestatteten "Meadows in the Sky Trail" ab und genossen die Aussicht in der warmen Herbstsonne. Spät kamen wir in unserer Unterkunft an und fielen müde ins Bett.
Fazit: Wenn die beiden Parks auf dem Weg liegen sollte man schon den ein oder anderen Abstecher machen. Extra muß man, vor allem wenn man wenig Zeit hat, nicht eine Fahrt dorthin einplanen.
Unser frühes Aufstehn wurde nicht belohnt, da auf dem Weg nach Field (im Yoho NP) ein Erdrutsch die Straße unpassierbar machte. Also vertrieben wir uns die Zeit mit Tanken und Einkaufen und konnten erst um 10.30 die Fahrt dorthin antreten.
Endlich im Park angekommen checkten wir im "Otterhead Guesthouse", einem schnuckelig eingerichteten Holzhaus, bei Bob ein. Nach dem Mittag fanden wir uns bei den gut besuchten Takakkaw Falls ein und starteten den angenehmen flachen Hike durch einen schönen Wald zu den Laughing Falls. Danach besuchten wir noch den toll gelegenen Emerald Lake, wo wir einer Kanufahrt nicht widerstehen konnten. Im B&B angekommen, lernten wir Gesine und Klaus kennen, mit denen wir in der gemütlichen Küche beim Abendessen mit Reisegeschichten den Abend ausklingen liessen.
Am nächsten Morgen, den 11. SEPTEMBER saßen wir zu viert plaudernd am Frühstückstisch, als Bob hereinkam und sagte:"Ihr solltet den Fernseher einschalten. In New York wurde das WORLD TRADE CENTER bombardiert." Die nächste Stunde saßen wir, wie der Rest der Welt, fassungslos und entsetzt vor dem Fernseher und versuchten dieses schreckliche Ereignis zu verstehen. Mit gedrückter Stimmung machten wir uns dann doch auf den Weg zum Lake Louise. Dort konnte man eine ebenso düstere Stimmung bei den Besuchern feststellen, die durch den leichten Nebel noch verstärkt wurde.
Nach einem kurzen Blick über diesen tollen See begannen wir unsere Wanderung zum Teehaus am Lake Agnes (385 Höhenmeter auf 3,5 km).
Von dort zum Teehaus des Plain of six Glaciers (weitere 365 Höhenmeter) bis an das Ende des Trails, wo man ganz dicht an die Gletscher herankommt. Dieser Weg ist zwar ca. 15 km lang, bietet jedoch auf seinem Verlauf immer wieder tolle Ausblicke auf den See und die grandiose Landschaft. Belohnt wird man am Teehaus mit leckerem Essen und dem Ausblick auf die sechs Gletscher, die sich mit lautem Krachen vorwärts bewegen.
Das Abendessen genossen wir im einzigen Café in Field (tolle Atmo, sehr empfehlenswert).
Am heutigen Tag stand der Moraine Lake auf dem Programm. Im Dunst des Vormittags angekommen erfuhren wir, dass gerade ein sehr aggressiver Bär in der Gegend sein Unwesen treibt und deshalb die Trails nur von Gruppen mit mindestens sechs Personen erwandert werden dürfen. Also warteten wir am Trailhead, bis eine größere Gruppe Holländer ankam. Wir einigten uns auf den Weg zum Sentinel Pass (eigentlich wollten wir zum Eiffel Lake, da er angenehmer zu laufen ist). Die Gruppe war sehr langsam, und so kamen wir recht spät an dem schönen Plateau über der Baumgrenze an, von wo man einen tollen Blick auf die Umgebung hat. An einem kleinen See machte der Großteil der Gruppe Rast. Wir und drei weitere Holländer begannen den steilen Aufstieg zur Passhöhe, die wir dann nach ca. 20 Minuten erreichten. Dort genossen wir die Aussicht auf das Valley of the Ten Peaks. Unsere Rucksäcke mussten wir gegen ein sehr aufdringliches Streifenhörnchen verteidigen, das uns sogar eine (leere) Filmschachtel aus der Hand riss und damit verschwand.
Nach dem Abstieg entdeckten wir am Wegesrand frischen Bärendreck, der für eine kurze Zeit die Geschwindigkeit der Gruppe erhöhte.
Am See angekommen kletterten wir auf die (wie aufgeschüttet wirkenden) Felsen und liessen die ruhige Abendstimmung des immer einsamer werdenden Sees auf uns wirken.
Den Abend verbrachten wir, nach leckeren Nudeln mit Gemüsesoße, in der urigen Küche unseres Domizils, wieder vor dem Fernseher um die letzten Neuigkeiten zum Anschlag zu erfahren.
Unseren letzten Aufenthaltstag in dieser Umgebung ließen wir etwas gemächlicher angehen. Zuerst besuchten wir nochmals den Lake Louise um den kurzen Fairview Lookout, untermalt von den Klängen eines Alphorns, abzuwandern. Dort trafen wir ein amerikanisches Rentnerehepaar, denen wir die Herkunft dieser fremdartigen Klänge erklären mussten.
Danach ging die Fahrt zum Johnston Canyon (leichter Trail durch eine schöne Schlucht, vorbei an tollen Wasserfällen) weiter. Zum Abschluß relaxten wir am Ufer des Emerald Lake und liessen das Kommen und Gehen der Besucher bis zum Sonnenuntergang auf uns wirken.
Fazit: Der noch nicht von zu vielen Touristen belebte Ort Field ist unserer Meinung nach ein idealer Platz für mehrere Übernachtungen, da viele Sehenswürdigkeiten (auch um Lake Louise) in kurzer Zeit zu erreichen sind. Mit dem Otterhead Guesthouse hatten wir einen Glücksgriff gelandet. Durch Bobs unkonventionelle Führung in dem sehr gemütlich eingerichteten Holzhaus fühlten wir uns richtig wohl.
Weiter ging die Fahrt über den Icefields Parkway. Immer wieder unterbrochen von Zwischenstops, um die tolle Aussicht zu geniessen. Am wundervollen Bow Lake vertraten wir uns die Beine auf dem schönen 9,2 km langen Bow Falls Trail. Unser nächster Stop war der berühmte Peyto Lake, wo wir umringt von etlichen Bustouristen die Farbe bewunderten. Hier waren japanische Touris so dreist, sich zuerst von einem Einheimischen nacheinander vor dem See fotografieren zu lassen, und sich dann nochmal mit ihm zusammen ablichten zu lassen (er wurde richtig vor die Kamera gezerrt). Eine lange Prozedur, bis die 15 Pärchen zweimal durch waren. Nach einem Abstecher im Mistaya Canyon erwanderten wir den durch einen jungen Wald bergauf führenden Sunset Trail. Die Nacht verbrachten wir im David Thompson Resort in Cline River am schön gelegenen Abraham Lake, da das Motel am Saskatchewan Crossing ausgebucht war.
An einem klaren Morgen fuhren wir nach einem ausgiebigen Frühstück zum Sunwapta Pass um dort den Parker Ridge Trail (5 km, 390 Hm) zu erwandern. Oben angekommen wird man mit einer tollen Aussicht
auf den Icefields Parkway und den Saskatchewan Glacier belohnt. Zur Mittagszeit fanden wir uns im Icefield Interpretive Center ein und besuchten dort die interessante Ausstellung, bevor wir uns auf den Weg zum Wilcox Trail machten. Vom Endpunkt hat man einen tollen Blick auf die Gletscher (und sieht bestimmt die dort ansässigen Dickhornschafe). Anschliessend wanderten wir noch auf den Ausläufern des Athabasca Glaciers, bevor wir uns, etwas durchgefroren, auf die Weiterfahrt nach Jasper machten. In Jasper checkten wir bei Joberīs Cottage, wenige Schritte vom Zentrum und den Einkaufsmöglichkeiten, ein.
Tipp: Man sollte sich mindesten drei Tage Zeit für den Icefields Parkway nehmen, so kann man in Ruhe mehrere Stops und Wanderungen in dieser grandiosen Landschaft unternehmen.
Etwas diesig war das Wetter, als wir uns auf den Weg machten um den Mt.Edith Cavell und den dazugehörigen Gletschersee zu besuchen. Nach einer kurvenreichen Fahrt durch den Wald und wieder mal ohne ein Tier gesehen zu haben trafen wir am Parkplatz ein und liefen gleich das kurze Stück zum See. Den Cavell Meadows Loop brachen wir dann ab, da man weiter oben in den Wald kommt und die Aussicht auf den See nicht besser wurde. So tummelten wir uns eine Weile am Ufer zwischen den Eisblöcken und waren zum Mittagessen wieder in Jasper. Danach ging die Fahrt zum Maligne Lake. Auf dem Weg dorthin wurden wir von Dickhornschafen, die den Weg blockierten, aufgehalten. Einige Touris stiegen aus, um diese wilden Tiere zu fotografieren und zu streicheln. .....Naja. Am See angekommen verschafften wir uns einen kurzen Überblick und machten uns dann auf, um den Opal Hill Trail zu erwandern. Dieser Weg ist mit 8 km zwar sehr kurz, jedoch überwindet man schon in der Hälfte der Strecke die 450 Höhenmeter. Der Anstieg lohnt sich, da man zum einen durch eine tolle Landschaft wandert, zum anderen einen schönen Ausblick auf den See hat. Auf dem Heimweg stoppten wir wieder mal, da einige Fahrzeuge am Wegesrand standen und die Leute ausstiegen. Also: Aussteigen, ein Stück in den Wald rein, und da waren sie: Eine Schwarzbärin und ihr Junges saßen da und fraßen Beeren von den Büschen. Man hätte sich fast wie in einer Tierdokumentation fühlen können, wenn da nicht ca 20 Leute gewesen wären und das einsetzende Blitzlichtgewitter die beiden Petze veranlasste weiterzuziehen. Den Abend verbrachten wir mit bummeln und Nachrichten gucken.
Da wir von der Wanderung des Vortages noch etwas müde Beine hatten, wählten wir den flachen Valley of the five Lakes Trail (5 km), den wir an diesem sonnigen Morgen, abgesehen von ein paar neugierigen Eichhörnchen,
die uns ein Stück begleiteten, für uns alleine hatten. Danach gings noch mal zum Maligne Lake dort erkundeten wir mit einem Kanu den See und beobachteten auf der Terrasse des Visitor Centers bei Kaffee und Kuchen das Kommen und Gehen der Besucher (die Beine brauchten etwas Schonung...). Auf dem Rückweg war wieder ein Zwischenstop angesagt, da eine Elchkuh mit ihrem Jungen am Wegesrand grasten, bis sie - aufgeschreckt durch das versehentliche Hupen eines Aussteigenden - im Wald verschwanden. Der letzte Halt war am Maligne Canyon, wo wir auf dem schön angelegten Weg die enge Schlucht des Maligne Rivers abliefen, um die pittoresken Auswaschungen zu bestaunen. Den Abend rundeten wir mit Pizza und Kino ab.
Heute hieß es Abschied von den Rockies nehmen. Nach dem Überqueren des Yellowhead Pass kamen wir zu unserem ersten Stop, den Mt. Robson (mit 3954 m der höchste Berg der kanadischen Rockies). Doch leider hatte er sich wieder mal in Wolken gehüllt. So begnügten wir uns mit einer Wanderung auf dem Mc Kinley Trail (8km, 190 Hm), der durch einen Regenwald zum Kinney Lake führt. Leider kam ein Regenschauer auf, der unseren Rückmarsch begleitete. Weiter ging die Fahrt. Die hohen, felsigen Berge verschwanden und unser Weg führte durch enge, nicht mehr so tief eingeschnittene Täler.
Am Wells Grey Provincial Park angekommen, besorgten wir uns im Visitor Center eine Karte und liessen uns die Highlights des Parks markieren. Nach dem Einchecken in Robinīs Nest B&B fuhren wir die immer schlechter werdende Schotterpiste bis zum Clearwater Lake. Auf dem Rückweg beobachteten wir am Salmon Point die springenden Lachse auf dem Weg zu ihren Laichplätzen, bevor wir uns an den bekannten und beeindruckenden Helmcken Falls einfanden. Das schwindende Sonnenlicht zwang uns zur Rückkehr. Das Abendessen nahmen wir im angenehmen Canboo Restaurant in Clearwater ein, während draussen ein heftiges Gewitter tobte.
Fazit: Der Wells Grey Provincial Park bietet nicht die Sehenswürdigkeiten der Rockies, wäre jedoch für Wassersportler (Kanu, Angeln) und Wanderungen eine gute Zwischenstation, wenn man genügend Zeit mitbringt.
Das leckere Frühstück nahmen wir gemeinsam mit einem deutschen Paar in dem sehr gemütlichen Essraum ein. Die sehr freundliche Gastgeberin zeigte uns Fotos eines Schwarzbären, der ihnen jedes Jahr im Herbst die Äpfel vom Baum frisst - 5m von der Terrassentür entfernt, und erzählte weitere Geschichten, die sie mit den Tieren aus dem Park erleben.
Danach ging die Fahrt gleich los, da wir noch einen weiten Weg nach Vancouver hatten. Nach Kamloops, Cache Creek, dem schönen Fraisier Canyon und Hope
trafen wir am Nachmittag (nach ca 600 km) in Vancouver ein. Da wir zufällig zum bekannten und grössten Einkaufscenter dem Metrotown kamen, schlenderten wir durch die Läden, bevor wir abends bei Alida im Twin Hollies B&B eincheckten. Den Abend verbrachten wir damit uns Geschichten aus dem bewegten Leben unserer Gastgeberin anzuhören.
Ausgerüstet mit einem Stadtplan und guten Tipps von Alida starteten wir am nächsten Morgen zur ersten Stadtrundfahrt. Zuerst besuchten wir das Museum of Anthropologie, das sehr viele Originalexponate der Indianer dieser Gegend ausstellt. Darunter zahlreiche Totempfähle.
Tipp: Unbedingt eine der sehr guten und informativen Führungen durch einen Indianer mitmachen.
Danach parkten wir in der Nähe des Maritim Museums und spazierten am Strand entlang (schöne Sicht auf Downtown) nach Granville Island, einem ehemaligen Industriegebiet, das Ende der 70er zu einem Public Market umgebaut wurde. Dort kann man in Märkten und Geschäften bummeln und mit Blick auf Vancouver in Restaurants essen. Ist zwar etwas teuer, jedoch einen Besuch wert. Anschliessend besuchten wir noch Downtown und das berühmte Gastown, das uns doch sehr touristisch vorkam und unsere Erwartungen etwas enttäuschte. Nach einem Kinobesuch am Abend plauderten wir wieder bis spät in die Nacht mit Alida.
An unserem vorletzten Tag in Vancouver mussten wir unser Tagesprogramm leider etwas umstellen, da es regnete. Und somit besichtigten wir den Stanley Park zuerst mal mit dem Auto (Fahrwege sind genug vorhanden). Da der Regen etwas nachließ, konnten wir doch ein paar Schritte durch den Regenwald ans Meer wagen und einige Waschbären an den Aussichtspunkten beobachten, die sich um die Abfälle der Besucher stritten. Wieder einsetzender Regen zwang uns das dort ansässige Aquarium aufzusuchen (viele große Becken und Vorführungen mit Walen). Nach einem Abschiedsabendessen in einem Restaurant hieß es dann Koffer packen und Vorbereitungen für den morgigen Rückflug treffen.
Das Wetter meinte es an diesem Morgen gut mit uns. Nach dem Frühstück mit Alida, bei dem wir uns wieder "festgequatscht" hatten, fuhren wir fast zu spät los. Da der Weg zum Flughafen nicht weit und auch nicht zu stark befahren war erreichten wir unsere Autoabgabestation zeitig. Die schnelle und problemlose Rückgabe nach wenigen Minuten erledigt, standen wir vor dem Schalter zum Einchecken. Da durch die Anschläge in den USA der ganze Flugverkehr - gerade auch in Kanada - durcheinander war und alle Flüge überbucht waren, bot man uns an für 400 Dollar einen 4 Stunden später startenden Flug mit Zwischenstop in London zu nehmen. Wir lehnten jedoch ab, da uns der Direktflug nach Hause mehr wert war, als ein späterer Flug mit offenem Ausgang (man weiß ja nie, ob man den Anschlußflug auch kriegt). Nach 9 Stunden Flug kamen wir dann auch wohlbehalten in Frankfurt an.
Fazit:
Kanadaīs Westen - Da unser Schwerpunkt der Reise die Nationalparks (Landschaft, Wandern und Tiere - falls zu sehen) waren, legten wir keinen großen Wert auf die Erkundung der bereisten Städte und können hier nur Eindrücke schildern. So haben wir z.B. von Calgary nur die Vororte gesehen. Banff ist ein belebter, schon etwas zu touristischer Ort. Jasper ist dagegen schon etwas gemütlicher und nicht so überlaufen. Vancouver, auch 'Raincouver' von den Einheimischen genannt, ist eine schön gelegene Stadt, die bei unserem Besuch ihrem Spitznamen alle Ehre machte und so eine intensive Stadtbesichtigung verhinderte. Unser Eindruck dieser Stadt ist jedoch sehr positiv.
Die Nationalparks sind alle toll geführt, die Visitorcenter sind sehr hilfreich (Karten, Infos), die Wanderwege sind gut angelegt und, durch die Weitläufigkeit, nicht zu überlaufen. Die Landschaft und vor allem die Seen sind einzigartig. Man muß natürlich auch hier oft in abgelegene Gebiete wandern um die schönsten Plätze zu finden.
Die Leute in Kanada, vor allem unsere B&B - Gastgeber, lernten wir als sehr herzliche, freundliche und hilfsbereite Menschen kennen.
Als Reiseart ist unserer Meinung nach die Kombination aus Auto und B&B die vorteihafteste. Zum einen ist man mit dem Auto sehr flexibel und schnell (lange Strecken, Bergstrassen) zum anderen ist das Übernachten in B&Bīs einfach - es sind immer welche frei - und man hat direkten Zugang zu den besten Infos und Tipps für die Gegend. Ausserdem haben wir nirgendwo besser gefrühstückt. Die selbst zubereiteten Pancakes, Bacon and Eggs u.s.w sind einfach unübertroffen......
Der September ist ein guter Reisemonat, da die Hauptsaison schon ziemlich rum ist. Morgens ist es zwar schon etwas frisch jedoch wird es schnell warm.
Alles in allem ist der Westen Kanadas eine Reise und viele Wanderungen wert.
| | Startseite | Gästebuch | News | Reisen | Bilder | Tauchen | Links | |