| Reisezeit: | Reiseart: | Veranstalter: | |
| Vom 19.09.2000 bis 26.09.2000 | Tauchurlaub | Tauchcenter "Blue world" |
Ablauf:
| 19.09 Ankunft | ![]() | |
| 20.09 Lighthouse Checktauchgang | ||
| 21.09 Lighthouse und Islands | ||
| 22.09 Canyon | ||
| 23.09 Lighthouse + Island | ||
| 24.09 Umm Sid + Three Pools | ||
| 25.09 Kameltour | ||
| 26.09 Rückflug | ||
| Fazit |
Im Mexicourlaub '99 waren wir so begeistert vom Schnorcheln, dass wir mehr von der Unterwasserwelt sehen wollten. So wurde kurzerhand ein Tauchschein (OWD bei PADI) absolviert und im Jahr darauf war es dann endlich soweit. Unser erster Tauchurlaub stand an. Das Ziel war gleich ausgemacht. Das Tauchcenter, bei dem wir unseren Schein gemacht hatten betreibt eine kleine Tauchbasis mit Übernachtungsmöglichkeit in Dahab, einem kleinen Ort im Sinai ca 100 km nordöstlich von Sharm el Sheikh.
19.09 Ankunft
Den Flug mit Aero Lloyd von Frankfurt nach Sharm problemlos überstanden, ausgecheckt und mit dem Einreisevisum versehen , fanden wir unseren Fahrer, der uns mit einem weiteren Paar nach Dahab bringen sollte. Da es schon Nachmittag und die Fahrt noch lang war, wurden das Gepäck und wir gleich in dem etwas altertümlichen Auto verstaut und schon ging es los. Die Strecke führte uns durch das trockene, felsige Gebiet des Sinaigebirges, vorbei an vereinzelten Häusern der sesshaft gewordenen Nomaden. Um sich und uns die Fahrtzeit zu verkürzen, brachte uns der gut gelaunte Fahrer ein bisschen Arabisch bei.
In der hereinbrechenden Dunkelheit erreichten wir dann endlich Dahab, wo wir unsere komfortablen Zimmer in der Dahab Divers Lodge bezogen. Da der Koch leider Urlaub hatte, mussten wir das kurze Stück zur Uferpromenade spazieren und unser Abendessen im Shark-club, einem direkt am Strand gelegenen gemütlichen offenen "Restaurant", einnehmen.
20.09 Checktauchgang am Lighthouse
Nach dem Frühstück (leckere Pancakes in einem Restaurant an der Promenade) wurden zuerst in aller Ruhe die Formalitäten erledigt, das Leihequipment verteilt und die Abläufe der Basis erklärt. Daraufhin wurden wir von Ahmed für unseren Checktauchgang gebrieft. Kurz darauf fuhren die Pickups vor, wurden beladen und los ging es an das "Hausriff" am Nordende der Promenade von Dahab. Der Checktauchgang lief gewissenhaft und problemlos ab. Zur Belohnung durften wir in geringer Tiefe ein bisschen am Riff entlangtauchen.
Am Nachmittag ging es dann richtig los. Mit den Pickups wieder ans Lighthouse und Einstieg ins 25° warme Wasser. Nach wenigen Minuten waren wir an der tollen Riffkante und bestaunten die Vielzahl der bunten Fische. Zur Mitte unseres Tauchganges entdeckte Achmed eine grosse Schildkröte, der wir einige Minuten folgten, bis sie sich entschloß ins offene Meer zu entschweben.
21.09 Lighthouse und Islands
Das erneut leckere Frühstück im Bauch fanden wir uns wieder am Lighthouse ein. Der Tauchgang lief routiniert ab. Ausser einer dicken Muräne waren noch die übliche Vielfalt an Fischen und Korallen zu bewundern.
Am Nachmittag ging es mit dem Jeep wieder los. Das Ziel war "Islands". Für mich einer der schönsten Tauchplätze an der Küste. Man taucht zuerst in ein Becken ein und ist umgeben von bunten Korallen und natürlich auch Fischen aller Art. An dieses Becken schliessen sich noch zwei weitere an, die man toll durchtauchen und viele Winkel und Verstecke erkunden kann, die von Blaupunktrochen und Zackenbarschen genutzt werden. Aus dem letzten Becken heraus, geht es etwas um die Ecke und man ist in einer leichten Strömung in der man sich an den äusseren Korallen zurücktreiben lassen kann. Im ersten Becken wieder angekommen kann man den Ausstieg durch eine Röhre antreten.
Am Abend gönnten wir uns ein tolles (und auch teures) Essen im Novotel.
22.09 Canyon
An diesem Morgen gings für eine Ganztagstour zum Canyon, wo als einzige Infrastruktur am Strand eine kleine Gaststätte ist.
Der heutige Tauchgang war der erste, der tiefer als 30m ging. In einem 4 - 6m breiten Canyon liessen wir uns auf 31m absinken, wo unsere beiden Begleiter Chris und Guido (zwei Tauchlehrer) Rechenaufgaben lösten. Der Aufstieg erfolgte über einen Kamin an dessen Ende bei 10m ein riesiger Schwarm Glasfische durchzutauchen ist. Vorbei an Sandaalen und grossen, toll gefärbten Mördermuscheln ging der Weg zurück an den Strand zum Ausstieg.
Der zweite Tauchgang ging wieder am Riff entlang bis zu den Canyon Tables, toll mit Korallen umwachsene Platten in ca 19m Tiefe. Auf dem Rückweg verfolgten wir noch einen Octopus, der sich genervt versteckte und beobachteten noch ein paar Drückerfische, bis die Zeit zum Auftauchen wieder gekommen war.
23.09 Lighthouse und Islands
Morgens fanden wir uns wieder am Lighthouse ein. Der ruhige Tauchgang wurde für mich durch eine toll gefärbte Pralinenschnecke gekrönt, die ich selbst entdeckte. Für mich, den Tauchanfänger schon eine Sensation, ein so kleines Tier im "großen" Meer zu finden.;-)
Mittags ging es wieder mit dem Jeep zu den Islands. Ich konnte mich wieder an der tollen Unterwasserwelt nicht satt sehen. Neben einem Stingray entdeckten wir einen Krokodilfisch, der sich im Sandboden versteckte. Gegen Ende des Tauchgangs schwebte noch eine Schildköte an uns vorbei, die sich, als ihr einige Taucher zu nahe kamen, durch den Korallenwald davonmachte.
24.09 Umm Sid und Three Pools
Der heutige Tag war sehr ereignisreich. Nach einer längeren Jeepfahrt nach Süden fanden wir uns zum ersten Tauchgang bei Umm Sid ein. An einem Korallenhang ging es erst gegen die leichte Strömung, von der wir uns dann zurücktreiben liessen und im "Vorbeiflug" in Ruhe die Landschaft und neben den Fischen und Sandaalen wieder eine Pralinenschnecke beobachteten.
Die Mittagspause verbrachten wir unter ein paar Palmen und liessen uns das leckere Essen und den köstlichen Tee schmecken, zu dem uns die sehr netten Fahrer einluden.
Am Nachmittag tauchten wir dann bei den "Three Pools". Nach dem Einstieg durchtaucht man - wie der Name schon sagt - drei Pools in geringer Tiefe, bevor sich das Gelände öffnet. In den Pools wurde ein Gruppenfoto gemacht, danach ein Octopus verfolgt, und schon ging es hinaus ins "offene Meer". Über tolle Salatkorallen und riesige Mördermuscheln hinweg tauchten wir auf geringer Tiefe (18m) das Gelände ab. Beim Rückweg ging einer Taucherin der Gruppe die Luft zur Neige. Da wir anderen noch genug Luft hatten, wurde sie von unserem Guide Omar kurzerhand zurückgebracht. Ich verbrachte die Wartezeit damit in Ruhe kleine blaue Fische zu beobachten, die sich um einen kleinen Korallenstock bewegten. Als Omar zurückkam fragte er jeden nach seiner Luftreserve. Ich hatte vergessen gelegentlich einen Blick auf mein Anzeigegerät zu werfen und musste nun mit Entsetzen feststellen, dass meine Sauerstoffmenge im roten Bereich war. Also musste ich an Omars Octopus und wurde ebenfalls zurückgebracht. Den anschliessenden Anpfiff hatte ich mir echt verdient.......
Am Abend war es dann soweit. Wir trafen unsere Vorbereitungen für den Nachttauchgang am Lighthouse. Da wir nicht weit davon weg wohnten machten sich drei Froschmänner fertig angezogen (bis auf die Flossen) zu Fuß auf den zehnminütigen Weg. Vorbei an Ziegen und verfolgt von den Nachbarskindern ging es durch die staubige Straße zum Einstieg.
Mit Taschenlampen ausgerüstet machten wir uns an den Abstieg. Gleich zu Anfang entdeckten wir ein Steinfischpärchen, die sich der Umgebung hervorragend angepasst hatten, jedoch dem geübten Auge von Omar nicht entgingen. Danach glitten wir an der Korallenwand entlang, die in der Dunkelheit noch faszinierender wirkte als am Tage. Auf dem Rückweg scheuchten wir einen Krokodilfisch auf und gegen Ende schwebte noch eine "Spanische Tänzerin" an uns vorbei. Und schon war ein sehr schöner Tauchgang zu Ende.
25.09 Kameltour
Am letzten Tag vor unserem Rückflug wurde nicht getaucht. Diesen Tag liessen wir locker angehen. Bummeln, gemütliches Beisammensein, und am Abend erfüllten wir unsere Touristenpflicht und unternahmen eine (doch etwas teure) Kameltour in die nahen Berge.
Zu viert saßen wir (unter neugierigen Blicken der umstehenden Nachbarn) auf und trotteten gemütlich, begleitet und geführt von Abdallahs Kindern aus dem Dorf hinaus. Vorbei an alten Häusern, Müllhalden und kleinen Palmenhainen ritten wir ein kleines Tal hinauf, das immer enger wurde. Am Ende angekommen schlugen wir unser Lager vor sehr alten Gemäuern auf, die Abdallah als Häuser der Beduinen im Mittelalter beschrieb. Das Lager bestand aus ein paar Decken und einem schnell angezündeten Feuer. Sogleich wurde Tee zubereitet und der gemütliche Teil des Abends begann. Bei anbrechender Dunkelheit wurden kurzerhand die umherliegenden Plastikflaschen halbiert, etwas mit Sand gefüllt und mit einer Kerze zu Windlichtern umfunktioniert. Das Feuer war dann auch soweit fertig. Die fangfrischen Fische wurden von Abdallah mit Gemüse in einer Alupfanne angerichtet und über dem Feuer gebraten. Ein doch recht romantisches und wohlschmeckendes Essen. Danach lauschten wir noch Abdallahs Geschichten und genossen den Sternenhimmel und den lauen Abend. Sehr spät fuhren wir dann mit dem Jeep zurück.
26.09 Rückflug
19.09 Fazit
Tauchurlaub in Dahab ist (2000) ein für "normale" Taucher ungewöhnliches Unterfangen.
Dies beginnt mit der Infrastruktur in Dahab. Dieser Ort ist nicht mit den Tauchhochburgen Hurghada oder Sharm el Sheikh zu vergleichen. Der kleine Ort ist (noch) kaum durch Hotels verbaut,hat eine kleine ursprüngliche Uferpromenade und sonst nicht viel zu bieten. Jedoch ist das "orientalisch-alternative" Flair durch entspannte Gäste und -lockere, wenig aufdringliche- Einheimische geprägt. Z.B. konnte man sich in einem Strandrestaurant (die alle sehr rustikal, gemütlich eingerichtet sind) die Getränke aus dem Kühlschrank selbst holen und sie dann vor dem Verlassen bezahlen.
Die meistem Unterkünfte sind Pensionen, die an Tauchschulen angeschlossen sind.
Das Tauchen erfolgt ausschliesslich vom Strand aus, was einen Transport mit Autos oder Kamelen bedingt. Die Riffe sind leicht zu tauchen und Großfische sind eher selten zu sehen, was jedoch durch die Artenvielfalt und tolle (kaum beschädigte) Korallen ausgeglichen wird.
Alles in allem kann man in Dahab, wenn man nicht auf stark westlich geprägten, hohem Komfort besteht, einen sehr entspannenden und ruhigen Urlaub verbringen.
Die Unterkunft in der "Dahab Divers Lodge" war einfach, aber sauber, die Betreiber waren sehr angenehm und professionell. Das Equipment und die Tauchgänge entsprachen dem hohen Standard in Ägypten. Für den Tauchanfänger war die Betreuung super.
Für uns auf jeden Fall ein toller Urlaub und ein toller Ort, den wir bestimmt noch mal aufsuchen möchten.
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